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Kindheit

  • Autorenbild: Marie Volk
    Marie Volk
  • 29. Juli 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Ich habe die Bilder noch vor mir.

Du sagst, ich solle den Stecker nie wieder ziehen.

Drohst, das Haus anzuzünden wegen einer kleinen Tasche mit Geld, die fehlt.

Schlägst mich und sagst, es wäre nicht so doll gewesen, obwohl ich weine – und ich bin 12 oder 13. Doch ehrlich gesagt verschwimmt die Erinnerung an mein Alter mit jedem weiteren Tag.


Ich weiß noch, wie du auszogst und ich alleine war. Ich habe geweint, weil ich die Stille nicht kannte, weil alles um mich herum so leer war – und weil ich leer war. Ich kannte und kenne das Leben ohne jemanden, der mich anschreit, der mich niedermacht, der mich kleinredet, nicht.


Ich kann mich an jede einzelne Träne erinnern und an jedes einzelne Mal, wo ich gezuckt habe, wenn du laut geworden bist. Ich weine generell jedes Mal, wenn jemand laut mir gegenüber wird – unkontrolliert, völlig losgelöst von allem.



Du warst ein Mensch, dem ich vertrauen sollte, und das hast du mir alles genommen – mich beklaut, angelogen – und alles, was ich jetzt noch kenne, ist, wie du benommen laut warst, dich über mich lustig gemacht hast. Ich war immer entweder zu dünn oder zu dick, meine kurzen Haare gefallen dir nicht. Ich habe nicht die Sexualität, die du möchtest, dass ich habe. Ich bin nicht die Person, die du willst, dass ich bin. Ich bin viel zu liberal und nehme alles hin.


Du hast mich ausgenutzt, beraubt – und jedes Mal, wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, denke ich an nichts weiter. War nichts da, warst immer nur du – und wenn du weg warst, war ich total allein.


Ich kenne eine neue Person mit deinem Namen, doch ich spreche ihn niemals so an.

Er ist das Gegenteil von dir, und ich möchte niemals, niemals an dich denken, wenn ich an ihn denken will. Ich möchte niemals ihn mit dir in Verbindung bringen.

Denn mit dir verbinde ich den Grasgeruch, der vom Flur in mein Zimmer stößt, Schmerzen am Körper und im Kopf – und Lügen, die gesprochen werden, ohne eine Miene zu verziehen.


Ich habe Angst vor dir – und doch muss ich zu dir halten.

Ich habe Angst um dich, weil ich jeden Tag hoffe, dass du aufwachst und anders bist.


Weniger emotional ambivalent.

Weniger hasserfüllt.

Weniger manipulativ.


Mehr wie Familie für mich.


 
 
 

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